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Hennebergisches Museum Kloster Veßra

Klostergeschichte
Nur zehn Jahre nach der Gründung des Prämonstratenser-Ordens im Jahr 1121 durch den heiligen Norbert von Xanten stiftete Gotebold II., Graf von Henneberg, zusammen mit seiner Frau Liutgard eine Niederlassung dieses jungen Ordens in der Ortschaft Veßra an den Ausläufern des Thüringer Waldes. Als Doppelkloster für Frauen und Männer gegründet zogen die Chorfrauen nach einem Brand 1177 in das nahegelegene Kloster Trostadt, blieben jedoch über ihren Propst, der aus der Gemeinschaft der Chorherren gestellt wurde, mit dem Männerkloster verbunden.

In strategisch günstiger Lage zwischen dem Stammsitz der Grafen nahe Meiningen und ihren noch weitgehend unbesiedelten Besitzungen im Thüringer Forst gelegen, sollte das Kloster mehrere Funktionen erfüllen: Die dicht bewaldeten Gebiete der Umgebung mussten kultiviert und als Siedlungsraum nutzbar gemacht werden. Seelsorge und Krankenversorgung im Herrschaftsbereich der Grafen waren zu gewährleisten. Eine zentrale Einrichtung zur Ausbildung von Beamten und Bediensteten sollte entstehen. Materielle Versorgungsmöglichkeiten für nachgeborene Kinder einflussreicher Familien der Region waren zu schaffen. Nicht zuletzt wollte sich die Stifterfamilie einen Platz im Himmel sichern. An ihrer letzten Ruhestätte, der Hennebergischen Kapelle, sollten die verstorbenen Mitglieder der Familie vom immerwährenden Gebet der Klosterbewohner profitieren.

So bildete das Hauskloster Veßra bis zur Reformation einen der politischen, ökonomischen und kulturellen Mittelpunkte des Henneberger Landes. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster 1544 aufgelassen, die Chorherren jedoch weiterhin geduldet bis der letzte Abt 1573 starb. Zeugnisse der Klosterzeit sind unter anderem die Ruine der Klosterkirche, die ehemalige Grabkapelle der gräflichen Familie mit den spätmittelalterlichen Wandmalereien und dem romanischen Holzkruzifix sowie die Südkapelle mit zwei astronomischen Sonnenlichtöffnungen.

Viele Gebäude wurden im Zuge der landwirtschaftlichen Nachnutzung der Anlage als überformt und verändert. Auch sie sind steinerne Zeugen der wechselvollen Geschichte der nachklösterlichen Zeit.

Hennebergisches Museum Kloster Veßra
Das frühere Prämonstratenser-Chorherrenstift Veßra ist heute Museum³ [hoch drei]: Es verbindet die mittelalterliche Klosteranlage mit Fachwerkarchitektur der Region und Technik(en) der Landwirtschaft vergangener Tage. Das Freilichtmuseum befindet sich auf dem noch heute vollständig von der alten Klostermauer umgebenen sechs Hektar großen Gelände. Der denkmalgeschützte Komplex romanischer und gotischer Klostergebäude sowie die seit dem 16. Jahrhundert entstandenen Wirtschaftsbauten des Domänenbetriebs zeugen von der Geschichte des Henneberger Landes sowie der Kulturgeschichte Südthüringens.

Wechselnde Sonderausstellungen zu kulturgeschichtlichen Themen und Kunstausstellungen erweitern das über 30 Einzelausstellungen umfassende Angebot. Die einzigartige Verbindung von Geschichte und Kultur sowie Natur und Technik ermöglicht der ganzen Familie einen unvergesslichen Museumsbesuch. Besonders in den Sommermonaten ist das Museumsareal Schauplatz vielfältiger Veranstaltungen. Mit seinen bunten Märkten und Schauvorführungen zu traditionellem Handwerk, mit Konzerten, Theatervorführungen oder Kino unter freiem Himmel bietet das Museum für Groß und Klein, Jung und Alt besondere Erlebnisse in historischem Ambiente.

Fachwerk-Ensemble
Zu den Klostergebäuden wurde seit 1978 ein Ensemble umgesetzter Fachwerkhäuser aus der Region aufgebaut. Das Ensemble der umgesetzten Fachwerkhäuser spiegelt die Vielfalt der hennebergisch-fränkischen Fachwerkarchitektur wider. In den schlichten und repräsentativen Wohngebäuden wird die dörfliche Lebens- und Arbeitsweise vergangener Generationen für die Besucherinnen und Besucher erfahrbar. Ein besonderes Anliegen ist auch die Präsentation traditionell ländlichen Handwerks. Im Ausstellungsbereich befinden sich eine original eingerichtete Schmiede, zwei Backhäuser und eine Wassermühle. Ergänzt wird das Ensemble durch kommunal genutzte Gebäude wie Brauhaus, Friedhofskapelle und Gemeindehaus.

ErlebnisLandwirtschaft
Der 5000 m² umfassende Ausstellungsbereich „ErlebnisLandwirtschaft“ veranschaulicht den Wandel von der kleinbäuerlichen Arbeit bis hin zu Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG). In vielfältigen Ausstellungen sind sowohl historische Arbeitsgeräte verschiedener Jahrhunderte als auch große Erntetechnik wie Traktoren und Mähdrescher zu sehen. Einige der technischen Raritäten werden bei Museumsfesten in Bewegung gesetzt und historische Arbeitsprozesse wie das Ausdreschen von Getreide mit Dreschmaschine und Pferdegöpel vorgeführt.

Die nach historischem Vorbild gestalteten Gartenanlagen wie der Klostergarten, der Bauerngarten und der Nutzpflanzengarten präsentieren heimische Wild- und Kulturpflanzen und laden zum Verweilen ein. Die rekonstruierte Wasserkraftanlage ist mehr als nur ein technisches Denkmal – sie ist voll funktionstüchtig und versorgt das Museum mit Strom.

Quelle: Hennebergisches Museum Kloster Veßra

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